Ehrenamt/Helfer
karte

Das Projektgebiet erstreckt sich über den Streuobstkorridor
Rhein-Main-Kinzig von Frankfurt bis Gelnhausen

Forschungsprojekt mit exemplarischen Maßnahmen, Umweltbildung und Multiplikatoren Fortbildung.

Neues aus dem Projekt.
Hier finden Sie erste Ergebnisse.

Multiplikartoren Schulung
Praxisseminar Fledermausschutz

Öffentlichkeitsarbeit
Fledermausexkursion in Gelnhausen.

"Umwelt baut Brücken"
Deutsch-Rumänisches Schulungsprojekt.

Seit Dezember 2007 arbeiten wir an unserem Projekt „Lebensraumentwicklung von Streuobstwiesen mit der Zielartengruppe Fledermäuse“. In ausgewählten Beispielräumen untersuchen wir die Pflegezustände der hiesigen Streuobstwiesen und das Vorkommen von Fledermäusen in diesem Gebiet. So soll unter anderem die Frage geklärt werden, in welchem Maße Fledermäuse diesen Landschaftstyp nutzen und welche strukturellen Eigenschaften eine fledermausfreundliche Streuobstwiese haben muss.Zum Projekt gehört ebenfalls die Öffentlichkeitsarbeit: Mit Veranstaltungen, Kursen und Exkursionen für alle Altersgruppen sowie über die Presse wird zur Thematik informiert und der Schutz von Streuobstwiesen und Fledermäusen in den Fokus gerückt.
Am Ende des Projektes soll schließlich ein Praxisleitfaden zur naturschutzfachlichen Pflege von Streuobstwiesen stehen.

Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii)

Braunes Langohr (Plecotus auritus)
bei der Jad

Als erste praktische Aktion wurden im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen über 300 Streuobstbäume gepflanzt. Diese Bäume sichern nun die Flugroute von Bechstein-Fledermäusen, einer besonders bedrohten Art. Langfristig gesehen werden diese Bäume dort das gesamte Jagdgebiet aufwerten.

Innerhalb des Projektes arbeiten wir mit den Fledermausfachleuten des Instituts für Tierökologie und Naturbildung eng zusammen. www.tieroekologie.com

Finanziert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (in Kofinanzierung).

Eine ausführlichere Kurzbeschreibung des Projekts finden Sie hier.

Hier finden Sie die Pressemitteilungen über unser Projekt.

Die Internetadressen unserer Finanzierungspartner lauten:
Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V. www.zgf.de
Deutsche Bundesstiftung Umwelt www.dbu.de

Auch eine Kleine Bartfledermaus
ging uns ins Netz Foto: ITN

Erste Ergebnisse aus dem Projekt
Streuobstwiesen und Fledermäuse

Fledermäuse nutzen je nach Art unterschiedlichste Landschaftselemente. Ausgehend von den Tagesschlafplätzen in Gebäuden oder Bäumen werden Jagdgebiete in Wäldern, an Gewässern, Parkanlagen und Gärten oder auch in Streuobstwiesen aufgesucht.
Fledermäusen sehen Streuobstwiesen als halboffene Wälder. Sie sind je nach Pflegegrad vertikal und horizontal strukturiert. Abhängig vom Alter der Bäume bieten sie gute Versteckmöglichkeiten in Baumhöhlen. Zwar ist bekannt, dass Fledermäuse Streuobstwiesen nutzen, in welchem Maße und welche strukturellen Eigenschaften Streuobstwiesen zu einem günstigen Fledermauslebensraum machen und ob Streuobstwiesen für einige Arten sogar ein grundlegender Lebensraumbestandteil sind, ist unbekannt.

Kontaktpersonen:
Markus Dietz, markus.dietz@tieroekologie.com
Maja Becker, info@MainAeppelHausLohrberg.de

Schulung von Naturschutzexperten
Praxisseminar Fledermausschutz am 28.08.2009
Fast 30 Experten des behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes kamen zum MainÄppelHaus Lohrberg, um sich von Markus Dietz (Institut für Tierökologie) und Kathrin Bögelsack (Institut für Tierökologie) schulen zu lassen. Einführende Informationen zu Lebensweise und Lebensraumansprüche von Fledermäusen, rechtliche Artenschutzbestimmungen und ein Einblick in die aktuelle Fledermausforschung mit Exkursion und Netzfang erwartete die Teilnehmer. Im Frühjahr 2010 ist ein weiteres Praxisseminar geplant.

Braunes Langohr ins seiner Baumhöhle

Die Streuobstwiese als Lebensraum?
Im ersten Fledermaussommer (2008) standen vor allem die Raumnutzung der in der Region typischen waldbewohnenden Fledermausarten Bechsteinfledermaus und Braunes Langohr im Mittelpunkt.
Mittels Telemetrie und Netzfängen konnte in Hessen und auf Vergleichsflächen in Baden-Württemberg festgestellt werden, dass die Streuobstwiesen intensiv zur Nahrungssuche genutzt wurden und einige Baumhöhlen Wochenstubenkolonien beherbergen. Teilweise hielten sich die besenderten Fledermäuse vollständig in den Streuobstwiesen auf und nutzten den angrenzenden Wald gar nicht mehr, während in anderen Gebieten, nur wenige Tiere einer Kolonie Streuobstwiesen als Teiljagdgebiete nutzten.

Für Bechsteinfledermaus und Braunes Langohr zeigte sich ein ausgeprägter, lokal unterschiedlicher, jahreszeitlicher Unterschied in der Streuobstwiesennutzung. Tendenziell ist der Spätsommer die Zeit der intensivsten Streuobstwiesennutzung. Durch begleitende Insektenfänge zeigte es sich, dass die Fledermausaktivität in den Streuobstwiesen mit der Zunahme der Insektendichte anstieg.

So werden die Fledermäuse untersucht.
Foto: Detlef Möbius

Flugrouten zu den Streuobstwiesen
Die Telemetrie verdeutlichte auch, dass für die Erreichbarkeit von Streuobstwiesen die Strukturierung der Landschaft durch Heckenstreifen, Baumgruppen und Alleen enorm wichtig ist. Fledermäuse nutzen diese Strukturen zur Orientierung. Die Ergebnisse der Fledermausuntersuchungen führten innerhalb des Projektgebietes bereits im ersten Jahr zu Naturschutzmaßnahmen in Streuobstwiesen. Beispielsweise wurde die Verbindung zwischen Quartierkomplexen im Wald und den Nahrungsräumen in Streuobstwiesen durch Baumpflanzungen erhöht und Streuobstbestände wurden durch Pflegemaßnahmen qualitativ verbessert.
Die Ergebnisse des Vorhabens münden nach Projektende in einen Leitfaden zum Streuobstwiesenschutz, der abgestimmt mit den Anforderungen anderer Tiergruppen sowie der Obstwiesennutzer beispielhaft aufzeigen soll, wie Naturschutz- und Pflegemaßnahmen in Planungsprozessen und von Privatpersonen effizient umgesetzt werden können.

Die Wissenschaftler vom Institut für Tierökologie und Naturbildung freuen sich über fachlichen Austausch mit Kollegen und Hinweise auf Streuobstwiesennutzung durch Fledermäuse aus anderen Regionen.

Fledermausabend in der Gelnhäuser Zehntscheune
Am Dienstag fand in Gelnhausen ein Abend mit den Fledermäusen statt: Frau Ulrike Balzer vom Institut für Tierökologie und Naturbildung hielt einen informativen Vortrag über die heimischen Fledermäuse. Eingeladen hatten zu diesem Abend der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Gelnhausen.
An anschaulichen Bildern in höchster professioneller Qualität wurde zunächst das Leben der Fledermäuse im Jahreslauf nachvollzogen. Einem sehr interessierten Publikum wurden die Besonderheiten dieser attraktiven Säugetiere in Körperbau, Lebensweise und Bedrohung nahe gebracht.
Der angeregten Diskussion folgte dann eine Exkursion zum Hexenturm, in dem ein großes Mausohr Quartier bezogen hat. Mithilfe eines Bat Detektors wurden seine Laute für alle hörbar gemacht. Weiter ging die kleine Wanderung zur Kinzig, wo Zwergfledermäuse ihr „Zwitschern“ im Detektor hören ließen.
Als krönender Abschluss konnte eine jagende Wasserfledermaus über der Kinzig von den Teilnehmern beobachtet werden. Alle Besucher bedankten sich begeistert von diesem Erlebnis bei der Referentin und den Veranstaltern.